17 November 2009

Was ist Social Informatics?


Wie im letzten Beitrag angekündigt, ist es nun mal an der Zeit, ein paar Worte an mein Forschungsgebiet zu richten. Bekanntermaßen beschäftige ich mich mit Social Informatics. Was heißt Social Informatics?
Mein Verständnis vor wenigen Wochen war noch, dass der Fokus von Social Informatics auf Software lag, die soziale Aspekte hervorhebt und unterstützt. Unter sozialen Aspekten verstand ich Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen. Wie kann Software das Zusammenarbeiten dezentraler Teams verbessern, wäre eine beispielhafte Fragestellung, so meinte ich. Inzwischen aber distanziere ich mich weitestgehend von dieser Annahme! Mein Research Proposal (Forschungsvorschlag), das ich im Rahmen meiner Bewerbung erstellen musste, ist sogar das beste Zeugnis meiner Unwissenheit.
Social Informatics befasst sich zwar mit Menschen, aber hinzu kommen Technologie und Organisationslehre. Das Zusammenspiel dieser drei Komponenten ist der Gegenstand der Forschung. Ein Irrglaube heutzutage ist, dass diese Bestandteile einzeln betrachtet werden können, um ein technisches oder soziales Phänomen in diesem Umfeld zu erklären. Man kann jedoch nicht eine Technologie (egal ob Feuerzeug, Taschenrechner oder Atomkraftwerk) für sich alleine nehmen und erklären, warum die Technologie sich dahin entwickelt hat, wo sie ist. Es lässt sich auch nicht erklären, warum die Menschheit sich dahin entwickelt hat, wo sie heute ist, ohne dabei technische Errungenschaften zu berücksichtigen. Genauso wenig lässt sich erklären, warum eine Organisation ihre typischen Abläufe, Routinen und Regeln hat, ohne dabei die Rolle technischer Komponenten zu bedenken. Umgekehrt lässt sich das ebenso argumentieren, dass Technologien nicht entstanden wären, ohne entsprechende institutionelle und soziale Einflüsse.
Die Entwicklung des Telefons ist ein Beispiel das mir gut gefallen hat. Ursprünglich wurde es entwickelt, um Musikkonzerte zu übertragen. Wer hätte damals gedacht, dass diese Technologie weiterentwickelt werden würde, um eine bidirektionale Kommunikation zu ermöglichen? Später wurde dieselbe Technologie verwendet, um ein Fax zu versenden. Heute ist es ein „elektronisches Surfboard“ für das Internet. Ein Blickwinkel ist es zu behaupten, dass die Evolution des Telefons das Resultat von Verhandlungen zwischen sozialen und politischen Gruppen war. Diese Einflüsse haben das Wesen und die Natur des Telefons immer weiter gestaltet und verändert. Die Einführung des Telefons war eine Innovation. Diese Innovation wurde nach ihrer Implementierung umgeformt, es fand quasi eine Re-Innovation statt und dieser Zyklus setzte sich immer weiter fort.
Technologie ist somit nicht einfach nur eine Maschine oder ein lebloser Gegenstand, der von seinem Entwickler für einen einzigen Zweck geschaffen wurde. Technologie ist ein kulturelles Produkt, das durch Interpretationen von Menschen entstanden ist. Es verkörpert soziale Strukturen und Erwartungen der Interessensträger.
Social Informatics öffnet die ‚black box‘ der Technologie und ergründet die Fragen, wie und warum Technologien entstehen und warum sie ihre Umgebung verändern. Gleichzeitig wird auch betrachtet, wie und warum Organisationen bzw. Institutionen Technologien verändern und welchen Einfluss sie haben. Die Antworten darauf könnten z.B. helfen zu erklären, warum technologische Entwicklungen fehlschlagen, wobei ‚fehlschlagen‘ erst einmal definiert werden müsste.
Wie man vielleicht bereits herauslesen kann, habe ich ein sehr großes Interesse und die persönliche Motivation, diese Fragen mit einer wissenschaftlichen Logik zu untersuchen. In den nächsten Monaten werde ich mich weiter in diese und naheliegende Fachbereiche einlesen. Eine große Herausforderung besteht darin, die philosophischen und soziologischen Grundpfeiler der Social Informatics zu verstehen. Sobald das geschafft ist, sollte ich die kontroversen Debatten der heutigen Wissenschaft besser verstehen können. Bis dahin lasse ich mich aber noch erschlagen von Begriffen wie Essentialismus, technologischem Determinismus, (sozialer) Konstruktivismus, Soziologie wissenschaftlichen Wissens etc. Spaß macht es aber trotzdem!

05 November 2009

Mietvertrag unterschrieben und eingezogen

Fast vier Wochen bin ich nun wieder in Edinburgh. In der Zwischenzeit habe ich in drei verschiedenen Räumen gewohnt. Aber seit Montag bewohne ich nun mein eigenes Zimmer.
Meine Hauptkriterien waren Lage, Preis und Qualität. Die ersten beiden Kriterien werden von dem Zimmer absolut erfüllt. Die Qualität jedoch läßt inzwischen stark zu wünschen übrig.
Zunächst die guten Aspekte: Lage und Preis. Aus meinem Zimmer heraus kann ich die Uni sehen. Ich brauche keine zwei Minuten von meinem Zimmer bis zum Schreibtisch in der Uni. Der Preis ist erstaunlich niedrig: 255 Pfund (inklusive Council Tax/Steuer) + Rechnungen. Ich habe mich anfangs schon damit abgefunden, nicht unter 350 Pfund zu kommen.
Nun die Kehrseite der Medaille. Die Qualität der Wohnung läßt viel zu wünschen übrig. Die Fenster sind alt, die Moebel sind alt, alles ist alt. Normal muß das nicht unbedingt schlecht sein. Doch rechnet man nun noch einen Mangel an Ordnungsbewußtsein der meisten Mitbewohner hinzu, ergibt sich daraus eine mangelhafte Qualität. Dies äußert sich hauptsächlich in der Küche. Das Geschirr stapelt sich neben der Spüle, in der Ecke lagert einer seinen Müll, die Küchenplatte wird zur Hälfte als private Abstellfläche genutzt, der Putzplan stammt scheinbar aus vergangenen Tagen... die Mitbewohner sind alle nett und freundlich, keine Frage! Lediglich die Haushaltsroutine ist das Problem, es gibt sie quasi nicht. Ich werde dagegen angehen, ich weiss nur nicht wie. Die erste Woche laße ich kommentarlos verstreichen. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.
Das Wochenende rückt näher und ich muss gestehen, daß ich noch nicht viel unternommen habe, seitdem ich wieder hier bin. Vergangenen Freitag gab es eine fakultätsinterne Feier, bei der vier Kollegen in die Rente verabschiedet wurden. Natürlich wurde hierzu ausreichende Mengen an Snacks und Wein bereitgestellt. Anschließend gingen einige der Gäste in eine nahegelegene Bar zum Ausklingen. Es war eine gute Gelegenheit, andere Mitarbeiter der School of Computing kennenzulernen. Den Samstagvormittag verbrachte ich schließlich komplett im Bett und wobei ich mir in etwa 20 Folgen der Serie 'Family Guy' am Stück genehmigte. Der Rest des Wochenendes beinhaltete lediglich noch etwas Sport und war weniger spektakulär.
Ich nehme mir vor, demnächst etwas zu meiner akademischen Arbeit zu schreiben, sollte ich über kein nennenswertes Ereignis wie einen Trip ins Umland oder dergleichen berichten koennen.
Jetzt gerade ist es hier 3 Uhr am Morgen und ich sitze im Tag-und-Nacht geoeffneten Rechenzentrum des Merchiston Campus. Warum? In der WG gibt es derzeit keine Internetverbindung und jetzt im Moment läuft live Spiel Nr. 6 der World Series (die Saison-Endspiele) zwischen den Yankees und den Phillies. Danke, Flo, für die Zugangsdaten! :)

29 Oktober 2009

E104 in Bearbeitung + meine erste, akademische Schritte

Nachdem ich ein bisschen ungeduldig geworden bin, habe ich heute morgen wieder bei der nationalen Krankenversicherung angerufen (NHS). Die Kontaktperson konnte mich schnell beruhigen und bestätigte den Eingang meines Antrags. In wenigen Wochen sollte ich das benoetigte E104 zugesandt bekommen, welches der deutschen Krankenkasse bestätigt, dass ich nun in UK lebe. Interessant ist, dass ich lediglich dieses Formular eingeschickt habe, ohne jeglichen Beleg meines Studentenstatus (oder heißt das Studentenstatusses?).
In der Zwischenzeit habe ich weiter Zeit damit verbracht, mich in meiner neuen Umgebung einzuleben. Mein persoenlicher Email-Account wurde freigeschaltet, meine Telefon funktionert... Kleinigkeiten, die das Leben einfacher machen. Meine wichtigste Aufgabe besteht derzeit darin, mich weiter in die grundsteinlegende Literatur im Bereich Social Informatics einzulesen. Der Text vom letzten Eintrag (Kling & Scacchi, 1982: The web of computing) war äußerst interessant. Der aktuelle Text hingegen ist ein Krampf. Seit zwei Tagen wühle ich mich durch die hohe, englische Sprache der Wissenschaft und muß ständig in Wikipedia und Leo nach Erklärungen suchen. Ich merke, wie groß meine Wissenslücken in elementaren Bereichen noch sind. Diese Wiki-Expeditionen (ok, es ist nicht die qualitativ beste Quelle, aber sie ist ausreichend, um Wissenslücken provisorisch zu überbrücken) bergen aber die Gefahr, in andere Bereich zu fallen, die wenig mit dem Ursprungsthema zu tun haben. Leider führen diese Irrwege noch zu oft auf anderen, gefährliche Seiten (wie youtube, facebook, diverse Nachrichtenseiten, etc.). Deswegen dauert es dann so lange, bis ein Text durchgelesen ist. Aber ich arbeite daran, diese Bearbeitungszeit zu verbessern. So sieht meine Herauforderung für die nächsten Wochen aus.

Und übrigens, das ist die Telefonnummer, die mir wichtige Auskunft gegeben hat: +448459154811.

22 Oktober 2009

Zimmer gefunden + weitere Erfolge gegen die Bürokratie!

Lang ist der letzte post her. Und ein paar Dinge sind auch passiert. Das wichtigste vorweg, ich habe ein Zimmer.
Nun aber eins nach dem anderen. Am 18. Oktober habe ich meine dritte Bleibe bezogen. Von dort habe dann die Wohnungssuche in Ruhe weiterführen koennen. Ich habe etwa 5 WGs besichtigt und viele mehr angeschrieben. Eine WG habe ich absagen müssen, weil ich doch nicht überzeugt war. In der Zwischenzeit habe ich meinen Schreibtisch an der Uni geputzt und bezogen. Ich teile ein Büro mit zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern, die für das ITC (International Teledemocracy Centre) arbeiten. Das ITC befasst sich mit Themen wie z.B. ePetition (das erste System für Online-Petitionen für den Deutschen Bundestag wurde hier entwickelt), eDemocracy, eParticipation... also grob vieles was mit Politik, Demokratie und IT zu tun hat. Diese unmittelbare Nähe zum ITC ermoeglicht es mir, Details über die Inhalte und auch organistorische Abläufe zu erfahren.
Ein weiterer wichtiger Schritt war auch meine Immatrikulation, d.h. ich bin endlich offiziell Student an der Napier. Nachdem das offizielle Schreiben endlich eingetroffen und unterschrieben war, konnte ich meinen Zugang zum Uni-Netz erhalten. Derzeit warte ich noch darauf, dass ich meinen eigenen Mitarbeiter-Zugang erhalte, was u.a. zur persoenlichen Emailadresse und Administratorenrechten für den PC führt. Kleinigkeiten, die das Leben erleichtern. Einen ersten Job an der Uni konnte ich mir inzwischen auch sichern. Für eine andere Forschungsabteilung werde ich die technische Verbesserung und Erweiterung eines Wikis übernehmen.
Was weiterhin noch ungeklärt ist, wäre die Krankenkassen-Geschichte. Letzte Woche habe ich den Antrag CA3916 abgechickt und bisher noch keine Antwort erhalten. Ich bin gespannt.
Und ja, das WG-Zimmer. Ich habe endlich ein Zimmer. Die Anzeige war anfangs verdächtig, weil der Preis erstaunlich niedrig war. Weil die Lage aber ideal war, Luftlinie 30m zur Uni(!), wollte ich mir das Zimmer wenigstens mal anschauen. Der Vermieter erwartete mich und zeigte mir das Zimmer und sämtliche andere Räumlichkeiten. Alles war ok: die Wohnung an sich war warm, groß und trocken. Was will man mehr? Es gibt sogar ein Duschzimmer (direkt neben der Küche). Die Mitbewohner waren eher zurückhaltend, da der Vermieter alles erledigte. Ok, das war nun nicht so besonders erfreulich. Verstecken die sich immer im Zimmer? Ein Pole, zwei Briten und eine Deutsche, soviel wußte ich bis dahin. Innerhalb der nächsten Minuten lernte ich aber drei davon kennen. Nichts auffälliges, nicht ausgeflipptes. Gegen Ende bot mir der Vermieter das Zimmer direkt an. Ich habe ihn zunächt nicht verstanden. Ich verstand zunächst dass ich guter Kandidat wäre für das Zimmer. Doch nach ein paar Sekunden und einer erneuten Uebersetzung ging mir das Licht auf. Ich war erstaunt, aber auch nicht, weil ich schon gehoert habe, daß es hier auf diese Art und Weise passiert. Ich überlegt ein paar Minuten und dachte dann "ach was solls, die Argumente sprechen dafür, machs einfach" und gab ihm die Hand. Wir vereinbarten, dass ich eine Kaution bezahle, damit ich nicht kurzfristig meine Meinung ändere. Diese ließ ich mir mit Zeugen quittieren. Gegen Ende tauchte auch noch die deutsche Mitbewohnerin auf. Christine hat ihren PhD gerade abgeschlossen und freut sich über einen mehrjährigen, befristeten Vertrag an der Edinburgh Uni. Ich blieb zunächst in der Wohnung und informierte mich auf deutsch über das WG-Leben. Inzwischen freue ich mich drauf, ab dem 2. November einziehen zu koennen.
Schritt für Schritt loesen sich alle Unklarheiten auf. Ich bin froh, dass die Zimmer-Frage geklärt ist. Somit kann ich mich weiter in den PhD vertiefen. Gestern haben mir meine beiden Betreuer, die ich woechentlich treffe, eine Unmenge an Aufgaben und Ratschlägen mitgegeben, wie ich weiter vorgehen sollte. Die nächsten Woche sehen vor, dass ich die Grundlagen meines Forschungsgebietes kennenlerne. Konkret heißt das, daß ich Bücher und Publikationen lese, die noch vor meiner Geburt geschrieben wurden. Ich habe begonnen, eine Publikation von Rob Kling und Walt Scacchi aus dem Jahre 1982 zu lesen. Es ist eine Art Ur-Werk für soziale und organisatorische Aspekte in der Informationstechnologie. Die Autoren beschreiben, warum Organisationen damals neue Technologien mit wenig Erfolg eingeführt haben. Erschreckend musste ich feststellen, daß die Autoren u.a. Beispiele für Schwierigkeiten bei Entwurf, Produktion und Implementierung beschreiben und ergründen, die ähnlich den Erfahrungen sind, dich ich während meiner Praxiszeit erlebt habe. Und ich wiederhole, die beiden haben das vor 27 Jahren gesagt! Social Informatics ist doch weit mehr als nur Facebook, Twitter, Enterprise 2.0 & Co.

17 Oktober 2009

Krautschupfnudeln selbst gemacht

Mehr als eine Woche durfte ich nun bei Hazel, meiner ehemaligen Betreuerin, in der Wohnung wohnen. Zum Dankeschoen habe ich ihr und ihrem Mann ein typisches sueddeutsches Gericht zubereitet. Dazu wollte ich ganz faul alle Zutaten im Lidl einkaufen. Ich nahm an, ich wuerde diese hier finden. Als ich aber den Lidl beim Haymarket erfolglos nach Sauerkraut und Schupfnudeln durchsucht habe, wurde ich nervoes. Ich fuhr zunaechst zum Lidl am Ende des Leith Walks. Nach kurzer Nachfrage hatte ich wenigstens das benoetigte Sauerkraut in der Hand, dass noch aus einer auslaufenden Sonderaktion stammte. Doch die Schupfnudeln waren nicht auffindbar. Im Nachhinein kann ich auch nur den Kopschuetteln bei dem Gedanken, dass ich das im Lidl als Standardartikel angenommen habe.
Es blieb mir also keine andere Wahl, als die Schupfnudeln selber herzustellen! Das letzte mal, als ich bei einer Nudelproduktion mitgewirkt habe, war das beinahe missglueckte Kaesspaetzleessen im Studentenwohnheim. Dem Internet sei Dank hatte ich bald ein Rezept zum Selbermachen. Irgendwo habe ich gelesen, dass man die Kartoffeln am Besten schon einen Tag zuvor kocht.
Was eine Schnapsidee! Am naechsten Tag stand ich vor kalten, harten Kartoffeln, die stellenweise noch ein paar Minuten kochendes Wasser haetten vertragen koennen. Das Stampfen der Kartoffeln erwies sich dadurch als aeusserst kraeftezehrend. Nachdem aber der Teig gerollt, geschnitten und die Nudeln gekocht waren, ging es relativ fluessig weiter.
Nach etwa 2,5 Stunden (!) war das Essen serviert. Da meine Gastgeber noch nie Krautschupfnudeln gegessen haben, hatten sie demnach auch keine großen Erwartungen, die ich enttaeuschen haette koennen. Das Essen hat beiden dennoch sehr gut geschmeckt! Ueber facebook hat Hazel schliesslich ihre Freude ueber den gelungenen Abend verkuendet. Als sie meinen Kommentar ("... 2,5 stuendiges Martyrium in der Kueche...") gelesen hatte, verfiel sie sogar noch in einen Lachkrampf.
Morgen ziehe ich in mein naechste und hoffentlich letzte temporaere Unterkunft. Von dort aus werde ich meine Bemuehungen hinsichtlich der WG-Suche wieder intensivieren.

16 Oktober 2009

Der lang erwartete Offer Letter + Krankenversicherung (Formular CA3916)

Endlich! Per mail kam der Brief nun an (auf dem Postweg kommt auch noch einer). Innerhalb von 15 Minuten habe ich ihn wieder unterschrieben zurueckgeschickt (dank TabletPC von HP!). Somit wurde auch der Matrikulationsprozess in Gang gesetzt. Leider muss ich 24 Stunden warten, bis ich mich auch wirklich einschreiben kann. Die Technik braucht eben seine Zeit. Wenn also alles gut laeuft, sollte ich am Montag loslegen koennen!
Diese Woche habe ich mich in Sachen Krankenversicherung weiter schlau gemacht. Die deutsche Krankenversicherung braucht das internationale Formular E104, welches scheinbar nachweist, dass ich von nun an hier versichert bin. Um an dieses Formular zu kommen, muss ich vorher das Formular CA3916 ausfuellen und einschicken. Das habe ich nun gemacht. Ich bin gespannt, was als naechstes passiert. Naechste Woche droht uebrigens ein Post-Streik. Im schlechtesten Fall zoegert dieser Umstand meine Ahnungslosigkeit noch weiter hinaus.
Heute morgen war ich auf einer mir bekannten Veranstaltung und zwar dem altbekannten Edinburgh Coffee Morning. Es ist ein loser Haufen unterschiedlichster Leute, die alle das gemeinsame Interesse 'Social Media' teilen. Typisch ist, dass man in kurzer Zeit mit vielen Leuten in Kontakt kommen kann, wenn man denn moechte. Ich kam ins Gespraech u.a. mit zwei jungen Studenten, einem Web Entwickler, einem Klein-Unternehmer etc..
Jetzt mache ich hier einen Punkt, denn gleich gibt es ur-schottischen Haggis zum Abendessen, serviert von meinen wunderbaren Gastgebern. Cheers!

14 Oktober 2009

Bescheidener Status-Update


Wieder sind ein paar Tage vergangen ohne, dass sich großartig etwas in Richtung vorwärts getan hat. Ich hab inzwischen mehrere WGs besichtigt, u.a. eine unmittelbar neben meinem Campus. Nicht nur die Lage war fantastisch, sondern auch die Mitbewohner waren aussergewoehnlich. Heute haette die Antwort kommen sollen... ich wiederhole, haette kommen sollen... naja...
Ein Angebot habe ich heute morgen aber auch ausgeschlagen, weil die WG doch nicht ueberzeugend war. Ich werde wohl meinen Vier-Wochen Joker ausspielen und bei einem Freund einziehen, wenn ich bis Sonntag nichts finde.
Meine derzeitige Bleibe bei Hazel, meiner ehemaligen Betreuerin, ist traumhaft. Zum einen habe ich ein Zimmer inklusive eigenem Badezimmer und zum anderen eine wunderbare Person als Gastgeberin, mit der ich mich auch fachbezogen unterhalten kann. Noch fuehle ich mich also pudelwohl, ausser dass ich taeglich wohl etwa 10km zu Fuss zuruecklege, um zur Uni und den umgrenzenden Stadtteilen zu kommen. Soviel bin ich in Ulm pro Woche gelaufen!
Apropos Uni, Napier laesst mich immer noch auf den Offer Letter warten. Erst wenn ich den unterschrieben habe, bin ich offiziell Student. Immerhin laeuft inoffiziell bereits alles an. So habe ich morgen mein zweites Treffen mit meinen beiden Betreuern. Uhhhhh... und ich kann denen immer noch nichts praesentieren. Tja, :) macht nichts!
Heute war ich uebrigens an der Edinburgh University, der etwas aelteren, ruhmreicheren und finanziell staerker aufgestellten Uni. Es gab einen Vortrag von Euan Semple (ehemals ein Manager bei BBC, heute selbststaendig) zu hoeren. In einfachen Worten ist er ein Botschafter der neuen sozialen Medien. In noch einfacheren Worten vermittelt er starren Firmen den Sinn und Nutzen von Web 2.0, Enterprise 2.0 etc.
Im Anschluß an den Vortrag habe ich die Gelegenheit genutzt, mir das neue Gebaeude der School of Informatics anzuschauen. Ehrlich gesagt hat mich der heimliche Rundgang ebenso begeistert wie der Vortrag selbst. Waehrend des Vortrags saß ich neben einem bald in die Rente gehenden Dozenten der Napier Uni. Wir konnten uns zuvor kurz unterhalten. Auf die Frage, was denn beide Unis grob unterscheidet kam die knappe und praegnante Antwort: Money. Was die Napier pro Jahr als Haushalt bewirtschaftet, gibt die Edinburgh Uni kurzerhand allein fuer die Forschung aus (100 Mio Pfund). Beim Beschreiten des Neubaus habe ich regelrecht gespuert, was er damit meinte. Den Heimweg (zu Fuß uebrigens) habe ich mit intensivem Nachdenken verbracht (und Chips). Ich stehe unter Zugzwang und zwar mindestens die naechsten drei Jahre.
Morgen stehen einige Events an. Treffen mit David wegen potentieller Arbeit, dann Trainingsseminar, dann Treffen mit Betreuern, dann wieder Trainingsseminar und abends wieder eine Besichtigung. Vielleicht kauf ich mir fuer morgen ein Tagesticket fuer den Bus... :)